Beim Betrieb der Standheizung über den Winter hat sich leider herausgestellt, dass der vorhandene 3 kW Zuheizer nicht gerade einen Aha-Effekt auslöst. Erst nach sehr langer Heizzeit wird eine Temperatur erreicht, die den Innenraum merklich aufheizt und die Scheiben frei macht. Aus diesem Grunde habe ich den Zuheizer durch das 5 kW Modell (D5W-Z) ersetzt, der "pin-kompatibel" mit dem D3W-Z ist. Es muss also nur der D3W ausgebaut und der D5W eingebaut, sowie die Dosierpumpe ausgetauscht werden. Das verteuert die ganze Aufrüstung dann leider um ca. 200
Beim Funktionstest ein Jahr noch dem Einbau vor Herbstbeginn war die Umwälzpumpe ausgefallen. Der Grund: durchkorrodierte Kontakte. Das Auffüllen mit Heißkleber ist also unzureichend zur Abdichtung. Jetzt habe ich die Kontakte mit Silikon umgeben und warte das Ergebnis ab.
Da die aktuellen Dieselmotoren einen sehr hohen Wirkungsgrad haben, wird beim Fahren nur wenig Energie in Wärme ungewandelt. Das führt im Winter dazu, dass gerade ein großrämiges Fahrzeug wie der Sharan ewig nicht warm wird. Außerdem läuft der Motor so lange Zeit kalt, was verschleißtechnisch eher ungünstig ist. Aus diesem Grund haben die Ingenieure einen Eberspächer-Zuheizer (D3W-Z mit 3kW Heizleistung) in das Fahrzeug eingebaut, der im Winter das Kühlwasser noch zusätzlich erwärmt.
Es liegt also nahe, diesen Zuheizer auch im Stand laufen zu lassen und somit eine Standheizung zu haben. Was beim alten Sharan-Modell dazu noch fehlt ist eine Umwälzpumpe, die man jedoch nachkaufen kann. Die Installation dieser Pumpe sowie die zugehörige Steuerlogik will ich im folgenden beschreiben. Die Informationen die man hier findet, stammen größtenteils aus Beiträgen aus dem SGAF und sind durch meine eigenen Erfahrungen und Ideen ergänzt. Die Anleitung bezieht sich nur auf das alte Modell (bis 2000) mit TDI-Motor, Benziner haben keinen Zuheizer. Insgesamt hat mich die Nachrüstung inkl. Fernbedienung ca. 90 gekostet. (Mit dem neuen ZH also 290, aber den gabs zu Weihnachten)
An dieser Stelle möchte ich noch auf den Standheizungs-Workshop im SGAF verweisen. Was dort schon beschrieben ist, werde ich hier nicht wiederholen.
Aus eigener Erfahrung rate ich, zunächst die Ansteuerung des Zuheizers anzuschließen und diesen einmal zu testen. Läuft der Zuheizer, kann man mit dem Einbau fortfahren, ansonsten sollte man zuerst den Zuheizer instandsetzen. Wie die Ansteuerung des ZH realisiert wird, ist in Abschnitt 2 und 2.1 des Workshops beschrieben.
Wenn der Zuheizer funktioniert, kann man sich diesen Abschnitt natürlich schenken. Und wann funktioniert der Zuheizer? Wenn nach dem Anlegen von 12V an den Steuereingang der Diodengruppe das Gebläse nach 7 sek. kurz angeht und nach ca. 30 sek. die Dosierpumpe vernehmlich klackert, ist das schonmal ein guter Anfang. Läuft dann nach ca. 40 sek. das Verbrennungsgebläse turbinenartig los und gibt es keine gesteigerte Qualmentwicklung, dann ist alles in Ordnung. Den Zuheizer wieder abschalten, sonst überhitzt er, da wir noch keine Umwälzpumpe haben. Funktioniert er nicht, beginnt die Fehlersuche. Für die Fehlfunktion des Zuheizers gibt es im wesentlichen 3 Ursachen:
Am einfachsten ist Problem 1 zu beheben: Man sucht die Dosierpumpe, welche sich auf Höhe der B-Säule auf der Beifahrerseite befindet. Wenn man sich also in etwa unter die hintere rechte Tür legt, sollte man unter dem Dieseltank landen. Vor diesem Tank findet sich dann die Pumpe. An sie führen zwei Schläuche und zwei Kabel. Sind beide Kabel fest mit der Pumpe verbunden, scheidet diese zunächst als Fehlerursache aus. Ansonsten Schläuche abziehen. Die Clips werden mit einer Spezialzange gelöst, die in etwa die Form einer Beißzange mit einer Kerbe auf einer Seite besitzt. Ich konnte mir eine solche beim Rollerladen nebenan ausborgen. Sind die Schäuche ab, können die Gummiriemen abgezogen werden und die Pumpe ist ausgebaut. Den abgegammelten Kontakt habe ich dann mit einem Dremel vom Oxid befreit und anschließend ein Kabel drangelötet. Zum Schutz alles schön mit Schrumpfschlauch abdichten. Unterm Auto wird das Kabel dann auch gelötet und die Lötstelle mit Schrumpfschlauch überzogen.
Eine defekte Glühkerze lässt sich entweder mit einem Diagnosegerät (nicht OBD-II!) oder mit einem Multimeter finden. In der Regel wird man die letztere Methode anwenden. Das unerfreuliche daran: der Zuheizer muss ausgebaut werden und an sämtlichen involvierten Schrauben hat der Zahn der Zeit genagt.
Lösen muss man zunächst die Frischluftzufuhr und den Auspuff des ZH, dann die 2 Schrauben der Halterung (welche bei mir postwendend abgeschert sind). Dann zieht man den ganzen ZH nach unten, er sollte jetzt nur noch an den 2 Wasserschläuchen und dem Dieselschlauch hängen. Den Dieselschlauch kann man unbesorgt abziehen, es tritt gar kein oder nur sehr wenig Diesel aus. Die zwei Wasserschläuche muss man irgendwie abklemmen (ich habe Schraubzwingen genommen) und dann ebenfalls vom ZH abziehen.
Jetzt müssen auf der Elektrikseite (also die, wo das Kabel reingeht) alle 8 sichtbaren Schrauben gelöst werden. Hier musste ich mit einer Minitrennscheibe die Kreuzschlitzschrauben zu Schlitzschrauben umschleifen, um sie öffnen zu können. Die Schrauben oben sind M5x25, die hinten M4x10 und sollten ersetzt werden.
Dann das Gehäuse öffnen und den internen Stecker abziehen. Die Kabel des Glühstifts finden und 8V daran anlegen. Nach 25s sollte hier ein Strom von 8,5A fließen. So ein starkes Netzteil habe ich allerdings nicht und ich habe mich damit zufriedengegeben, dass überhaupt ein Strom floss und dass der Widerstand laut Multimeter 0,7 Ohm betrug. Fließt gar kein/nur ein sehr geringer Strom oder gibt es einen Kurzschluss, so muss der Glühstift ersetzt werden. Die SH-Kasse wird mit 35 belastet.
Die letzte Möglichkeit ist, dass der Zuheizer durch häufigen Kurzstreckenbetrieb völlig verrußt ist und sich deswegen keine stabile Flamme mehr ausbilden kann. War bei mir zum Glück nicht der Fall, also hier und/oder hier nachlesen.
Abschließend sei noch erwähnt, dass es auch viele andere Ursachen für eine Nichtfunktion geben kann aber in aller Regel sind es die Obigen.
Meine Pumpe habe ich bei Online-Auktionshaus erstanden. Die wesentlichen Eckdaten sind U=12V, Durchfluss mind. 450l/h und 20mm Anschlussstutzen. Und sie muss natürlich für den Betrieb unterm Fahrzeugboden geeignet sein.
Den elektrischen Anschluss habe ich vorher erledigt. Zumal ich keine Lust hatte, den komischen Stecker irgendwo aufzutreiben, habe ich ein Kabel angelötet und dann den Rest der Steckerhülle mit Heißkleber aufgefüllt - was nach einem Jahr in durchkorrodierten Kontakten resultierte. Also besser Stecker auftreiben oder z.B. Silikon nehmen. Das Kabel sollte ein paar Meter lang sein, da es bis zur Steuerung hinterm Radio reichen muss. Leider kann man bei meiner Variante den Masseanschluss nicht am Fahrzeugboden anschließen, da Masse durch die Steuerlogik geschaltet wird.
Die Pumpe lässt sich am besten an der auf dem Bild sichtbaren Stelle einschleifen. Die Saugseite zeigt dabei Richtung Fahrzeugheck. Den gebogenen Schlauch kann man so zurechtschneiden, dass er direkt auf die Pumpe passt, die Saugseite der Pumpe verbindet man über ein ca. 10 cm langes Schlauchstück mit dem Rohr, das nach hinten geht.
Um das Kühlwasser nicht ablassen zu müssen, drückt man die Zu- und Rücklaufschläuche z.B. mit Schraubzwingen ab. Das Kühlwasser, was dann trotzdem abfließst, muss natürlich später wieder aufgefüllt werden. Bei mir waren das ca. 200 ml.
Das Kabel der Pumpe muss man jetzt noch durch die Gummitülle führen, die zum Kabelkanal im Schweller geht.

Wir benötigen also zwei Timer und ein paar Logikbausteine. Prinzipiell bauen wir so die Schaltung aus Abb. 4 auf. Im Blockschaltbild ist schon berücksichtigt, dass es keine AND-Bausteine zu kaufen gibt sondern lediglich NAND-Bausteine. Der Ausgang desselben muss also nochmal invertiert werden. Auch die SET und RESET Eingänge der Timer sind invers. Das Gebläse schalten wir ob seiner hohen Stromaufnahme mit einem Relais, die Pumpe mit einem MOSFET.

Abb. 4: Blockschaltbild der Steuerlogik
Das führt zu folgender Teileliste:
| Anzahl | Bez. | Beschreibung | Best. Nr. Conrad |
| 1x | - | Hartpapierplatine | 527629 |
| 1x | - | Euro-Gehäse | 520578 |
| 1x | - | 12V Relais | 840629 |
| 1x | T3 | MOSFET BUZ 11 | 151362 |
| 2x | T1,T2 | Transistor BC 549C | 155055 |
| 1x | - | 4-fach NAND-Gatter 4011 | 172570 |
| 1x | - | 6-fach Inverter 4069 | 172952 |
| 1x | - | 2-fach Timer NE 556 | 177121 |
| 2x | R1, R2 | Widerstand 470kOhm | 403571 |
| 4x | R3-R6 | Widerstand 10kOhm | 403377 |
| 4x | R7, R8 | Widerstand 820 Ohm | 403245 |
| 2x | P1, P2 | Potentiometer 5M linear | 445746 |
| 1x | C2 | Elko 1000µF | 468126 |
| 1x | C1 | Elko 220µF | 472379 |
| 4x | - | Klemme 2-polig | 729787 |
| 1x | - | Taster mit LED, blau | 701224 |
| 1x | - | Taster mit LED, rot | 701227 |
Mit den gewählten Bauteilen errechnen sich folgende Zeitwerte nach der im Datenblatt angegebenen Formel t=1,1·R·C
t1min=1,1·470k·220µ=113s=2m, t1max=1,1·5470k·220µ=1323s=22m
t2min=1,1·470k·1000µ=517s=9m, t2max=1,1·5470k·1000µ=6017s=100m
Die Standheizung kann also minimal 9 und maximal 100 Minuten laufen, das Innenraumgebläse kann sich nach minimal 2 und maximal 22 Minuten Verzögerung zuschalten. Nun können wir die Schaltung nach Abb. 5 aufbauen. Die Zahlen an den NOT-Symbolen sind die Pins des IC 4096, die Zahlen am NAND-Gatter entsprechend die Pins des IC 4011. Diese beiden ICs müssen zusätzlich noch mit Pin 7 an Masse und mit Pin 14 an Vcc angeschlossen werden. Die Eingänge der nicht benutzten NAND-Gatter (Pins 1,2,8,9,12,13) müssen auf Masse oder Vcc gezogen werden um die korrekte Funktion zu gewährleisten. Die Widerstände R3 und R4 sind Pull-down-Widerstände, damit die Schaltung am Anfang auch wirklich im Startzustand ist.

Die fertig aufgebaute Schaltung könnte dann in etwa so aussehen:

Bevor wir die Schaltung einbauen und dann feststellen, dass sie nicht funktioniert, sollten wir sie testen. Dazu Betriebsspannung anlegen und 3 LEDs mit Vorwiderständen an die Ausgänge Pumpe/ZH und Gebläse anschließen (Kathode bei Gebläse und Pumpe, Anode beim ZH). Die beiden Potis auf Minimum stellen, damit der Test nicht so lange dauert. Bis hierhin sollte keine der LEDs leuchten, wenn doch, ist etwas falsch verdratet oder die Pull-down-Widerstände R3/R4 sind nicht richtig verbunden. Dann den SET-Eingang kurz mit 12V verbinden. Jetzt sollten die LEDs am Ausgang Pumpe/ZH leuchten. Nach ca. 2 Min. sollte dann auch die LED am Ausgang Gebläse angehen und nach ca. 10 Min. sollte alles wieder ausgehen. Die Zeiten können allerdings aufgrund von Bauteiltoleranzen um ca. 1 Minute schwanken (bei mir war die minimal erreichbare Einschaltzeit statt 9 Min. 10,5 Min.).
Jetzt testen wir noch den Reset. Dazu einfach wieder kurz 12V an SET anlegen und dann 12V an RESET. Als Reaktion auf den Reset sollten die LEDs am Ausgang Pumpe/ZH postwendend ausgehen. Wer gründlich ist, wiederholt diesen Test, nachdem der Ausgang Gebläse auch eingeschaltet hat. Auch dann sollten alle LEDs ausgehen.
Sollte bis hierhin alles normal funktionieren, müssen die Zeiten noch eingestellt werden. 15 Minuten sind 3/4 der einstellbaren Zeitspanne von 20 Min. (22-2), das Poti P1 muss also auf 3/4-Stellung gebracht werden. 40 Minuten sind knapp die Hälfte der einstellbaren Zeitspanne von 90 Minuten, das Poti P2 muss also vom Minimum ausgehend auf ca. 1/2 aufgedreht werden. Wer will, kann jetzt nochmal testen, ob die gewünschten Zeiten getroffen wurden.
Sollte irgendetwas nicht funktionieren, ist folgendes zu beachten:Ansonsten hilft nur, die Schaltung nochmal sorgfältigst mit dem Schaltplan zu vergleichen.
Jetzt können wir alles anschließen. Zunächst brauchen wir folgende Kabel im Bereich des Handschuhfachs: 12V (Dauer), Masse, Pumpe, ZH-Steuerkabel und je nach Wunsch D+ (also an dem 12V anliegen wenn der Motor läuft. Damit könnte man die Standheizung automatisch abschalten, sobald der Motor gestartet wird - habe ich bei mir nicht gemacht). Masse habe ich mir an einer Schraube hinterm Handschuhfach abgegriffen, 12V habe ich vom Verstärker abgezweigt (und natürlich extra abgesichert). Alternativ kann man es auch beim Relaisträger oder am Radio versuchen, es ist allerdings zu beachten, dass im Betrieb Pumpe und Ventilator damit versorgt werden!

An 12V hängen wir jetzt außerdem: die Steuerlogik, die Pumpe (Polarität beachten!) sowie einen Schalt- und einen Spulenanschluss des Gebläserelais. An Masse hängen wir lediglich unsere Schaltung. Dann an den Ausgang ZH das ZH-Steuerkabel, an den Ausgang Pumpe den Masseanschluss der Umwälzpumpe, an den Ausgang Gebläse kommt der noch freie Spulenanschluss des Gebläserelais. Dann ziehen wir das vierpolige Kabel des Vorwiderstandes für das Gebläse ab und schneiden das Kabel an Pin 2 (ich glaube rt/ws) durch. Wir schließen es direkt mit einer Lüsterklemme o.ä. wieder an und klemmen dazu noch den freien Schaltausgang des Gebläserelais.
Das Gehäuse mit der Schaltung findet hinter dem unteren DIN-Schacht ganz gut Platz. Bevor wir wieder alles zusammenbauen, kann ein Funktionstest nicht schaden. Roten Knopf drücken - rote Lampe geht an und nach ca. 40 Sekunden muss der ZH laufen. Nach weiteren 15 Minuten sollte dann auch die blaue Lampe leuchten und das Gebläse laufen.
Noch ein wichtiger Hinweis für alle, die D+ an den RESET hängen: Bitte eine Diode in Durchlassrichtung (=Anode an D+) zwischen D+ und RESET schleifen! Sicherheitshalber sollten alle "Geber" (also FB, Handysteuerung usw.) die an SET oder RESET angeschlossen werden, auf diese Weise entkoppelt werden.
Beim Betrieb der Standheizung ist darauf zu achten, dass für Pumpe, ZH und Ventilator ca. 100W/h gebraucht werden. Eine angeschlagene Batterie wird das nicht lange mitmachen. Aber auch bei einer neuen Batterie gilt: Fahrzeit=Heizzeit. Wer also 30 Minuten heizt und dann 10 Minuten fährt wird nach ein paar Tagen eine leere Batterie vorfinden. Denkbar wäre noch der Einsatz eines Spannungswächters, der die SH bei unterschreiten einer kritischen Spannung abschaltet.
Allen die es bis hier her geschafft haben, einen herzlichen Glückwunsch, ihr habt gerade für einen zweistelligen Betrag eine Standheizung bekommen :-)
Ferner sei noch angemerkt, dass diese Anleitung lediglich als Bericht über meinen Einbau zu sehen ist. Soweit ich mich erinnere, habe ich bis auf Kleinigkeiten alles so aufgebaut wie hier beschrieben. Der ganze Einbau ist nicht gerade trivial, für Schäden, die eventuell beim Nachbau auftreten, kann ich nicht verantwortlich gemacht werden.
Berichte über Fehler oder Verbesserungsvorschläge sind stets willkommen! Auch Erfolgsmeldungen erfreuen durchaus :-)