Projekt Sonnenenergie in Kroatien

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Im Mai diesen Jahres (2002) waren wir, Manuel, Daniel und ich, zusammen mit der 12. Klasse auf einer Projektfahrt in Oprtalj. Wir zelteten auf einem Bauernhof (Armanja) der Luftlinie ca. 1 km von Oprtalj entfernt ist. Dieser Hof verfügte weder über Strom noch fließendes Wasser, da dies finanziell nicht möglich war. Nun kam die Idee auf, das Haus über Solarpanels mit Strom zu versorgen. Zunächst unternahmen wir keine konkreten Schritte, aber irgendwann war klar, was wir brauchen würden. Schließlich kauften wir zwei Solarpanels mit zusammen 165 Wp, einen 130 Ah Akku der Firma Sonnenschein und einen kombinierter Laderegler mit Wechselrichter, der für eine Dauerbelastung von 200 W ausgelegt ist. Wir kauften diese Teile bei einem kleinen Händler für alternative Energie. Das war am Samstag dem 31. August. Zuhause angekommen testete ich nochmals den Wechselrichter - dieser rührte sich nicht mehr. Ziemlich ungünstig, zumal wir am nächsten Tag fahren wollten. Einen neuen würden wir auf die schnelle nur in München bekommen. Da dies auf dem Weg nach Kroatien liegt, entschieden wir uns für diese Variante. Der Kauf war erfolgreich, der anschließende kurze Test auch. Also machten wir uns auf nach Kroatien. Dort angekommen schlug Manuel sein Zelt auf, ich schlief im Auto. Die folgende Woche verkabelten wir das Haus, setzten Verteilerdosen, Steckdosen und Schalter. Teilweise hilfreich waren auch die vor 22 Jahren verlegten Unterputzkabel, die wir nach einigem Durchmessen größtenteils verwenden konnten. Teilweise waren allerdings die Kabel in den Dosen etwas kurz geraten. Als Teile der Installation fertig waren, schlossen wir provisorisch den Wechselrichter an. In der Küche hatte man sich für eine 24 W Energiesparlampe in Ringausführung entschieden. Nach über 20 Jahren ohne elektrisches Licht, war die Freude an dieser neuen Errungenschaft groß. Wir betrieben das Netz dann 3 Tage nur über den Akku, dem dann langsam die Puste ausging.
So kam es uns sehr gelegen, dass Panji Dachdecker gefunden hatte, die die Panels installieren würden. Diese hatten auch ein passendes Gestell zusammengeschweißt. Nach ein paar Stunden waren die Module fest auf dem Dach installiert und wir konnten innen an den Kabeln die Leistungsdaten der Module ablesen. Diese beeindruckten, denn die Prognose lautete, dass die Module von den angegebenen 165 W nur 40 % abgeben würden, also kaum 70 W. Wir maßen aber 14 V und 9,3 A, also 130 W. Hier lauerte aber eine Falle, denn der Laderegler war nur mit 8 A angegeben und nun wurde er von 9,3, unter besseren Bedingungen vielleicht sogar 10 A durchflossen. Dies machte sich zunächst durch eine große Wärmeabgabe bemerkbar. Eines morgens war es dann aber so weit: Ein Transistor war geschmolzen und ließ den Strom unbehindert passieren, dadurch wurden noch weitere 3 mitgerissen was einen Kurzschluss am Akku verursachte, dadurch brannte die Schmelzsicherung durch. Da Ersatzteile in Kroatien nicht aufzutreiben sind, ist Armanja jetzt wieder stromlos. Nun hatten wir das Glück, dass die Eltern von Alexandra am nächsten Tag von München kommen würden. Wir riefen also an, und baten sie um den Gefallen, uns einen neuen Laderegler von Conrad mitzubringen. Das ging in Ordnung und es folgte der nächste glückliche Zufall: Wir trafen Damir aus Dortmund, der seit über 20 Jahren in Istrien Urlaub macht und dessen Hobby Elektronik und somit auch Solartechnik ist. Dieser erklärte sich bereit, über einen Freund einen neuen Wechselrichter zu beschaffen und zu installieren. Dieser Freund kam aber frher als erwartet, sodass wir den Wechselrichter selbst installieren konnten. Somit war der Hof an unserem Abreisetag mit einer funktionierenden Stromversorgung ausgestattet.

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